Klimaschutz als Priorität
„Nicht zu handeln wird teurer als mutiges Vorangehen.“
Klimaschutz ist keine ideologische Spielwiese. Er ist Voraussetzung für Wohlstand, Versorgungssicherheit und soziale Stabilität. Wer heute noch so tut, als könne man die Klimakrise aussitzen, betreibt keine Realpolitik, sondern organisierte Verantwortungslosigkeit.
Und genau darin haben sich CDU und SPD inzwischen erstaunlich gut eingerichtet: Die einen reden vom „Technologieoffenheit“, solange bloß nichts verbindlich wird. Die anderen entdecken Klimaschutz immer genau dann wieder, wenn sie gerade keine Regierungsverantwortung tragen. Gemeinsam produziert man Gipfel, Kommissionen, Wärmegipfel, Strompreisgipfel, Deutschlandtempo, Doppelwumms, Reformherbst und andere PR-Begriffe aus der politischen Nebelmaschine — aber wo bleibt eigentlich der Klima-Turbo?
Die gesetzlichen Klimaziele für 2030 und 2040 verschwinden jedenfalls nicht dadurch, dass man sie ignoriert, verschiebt oder mit Pressekonferenzen zudeckt. Deutschland verfehlt seine Ziele nicht aus Mangel an Wissen. Sondern aus Mangel an politischem Mut.
Und dann wäre da noch Frau Reiche. Deren Ansatz wirkt ungefähr so: Diejenigen, die am wenigsten zum Problem beigetragen haben, sollen bitte am meisten Verzicht üben. Während große Vermögen, fossile Geschäftsmodelle und klimaschädliche Subventionen weiterhin erstaunlich behutsam behandelt werden. Der Name ist wirklich Programm.
Dabei wäre die Rechnung eigentlich simpel: Investitionen in erneuerbare Energien, Gebäudesanierung, Wärmewende und Elektrifizierung entlasten Bürger:innen langfristig massiv. Wer weniger Öl, Gas und fossile Importe braucht, macht sich unabhängiger — wirtschaftlich und geopolitisch. Klimaschutz ist keine Belastung für den Wohlstand. Die fossile Abhängigkeit ist es.
Und vielleicht sollten wir endlich auch sprachlich aufhören, Klimaschutz als „Kostenfaktor“ zu behandeln. Das sind keine Kosten. Das sind Überlebensinvestitionen. In funktionierende Infrastruktur. In Versorgungssicherheit. In die Zukunft unserer Kinder — auch wenn dieser Satz inzwischen offenbar nur noch in Sonntagsreden funktioniert.
Oder anders formuliert: Lasst uns die Moore retten. Das ist aktive Aufrüstung. Gut fürs Klima, gut für Biodiversität — und schlecht für Panzer. Manche sicherheitspolitischen Maßnahmen wären überraschend einfach.